
10/02/2026
Lamborghini Murciélago R-GT
Nachdem Audi 1998 Lamborghini übernommen hatte, stieg das Unternehmen aus Bologna mit einem Auto, welches auf dem neuesten Supersportwagen aus Sant'Agata, dem Murciélago, basierte, in die höchste Rennklasse ein. Jedoch erwies sich diese Unternehmung als erfolglos, nachdem sich das Team vier Mal hintereinander nicht für Le Mans qualifizieren konnte.
Der Murciélago R-GT wurde 2003 auf der Frankfurter Automesse präsentiert und war das erste von Lamborghini für den Motorsport entwickelte Auto, wobei es zuvor einige Versuche auf Wunsch von Kunden gegeben hatte, die jedoch nicht aus echtem Interesse unternommen wurden, da der Firmengründer Ferruccio Lamborghini den Wert des Rennsports als Werbemittel in Frage stellte. Diesmal jedoch wurde privaten Konkurrenten ein Paket von Dienstleistungen angeboten, das auch die Unterstützung durch die Marke umfasste. Das Auto wurde von der deutschen Firma Reiter Engineering in Zusammenarbeit mit Audi Sport vorbereitet.

Bei den 24 Stunden von Le Mans 2007 meldete das JLOC-Team zwei Murciélago R-GTs an. Das erste Auto hatte während der Trainingsläufe eine Panne, während das zweite aufgrund von Getriebeproblemen bereits nach einer Runde ausfiel.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Der in der GT1-Kategorie homologierte Murciélago R-GT unterschied sich vom Straßenmodell insbesondere durch den Wegfall des Allradantriebs, eine Option, die eine umfangreiche und kostspielige technische Überarbeitung erforderte, damit das benötigte Gleichgewicht wiederhergestellt werden konnte. Weniger als zehn Stück wurden hergestellt, um an verschiedenen Rennen der europäischen, asiatischen und amerikanischen Le Mans-Serie teilzunehmen. Das Auto erfuhr anfangs eine lange Reihe von Rückschlägen und zeigte sein wahres Potenzial erst beim 500-km-Rennen von Valencia 2004, wo es den dritten Platz belegte, und dann beim 1000-km-Rennen von Monza 2005, wo es trotz eines soliden Vorsprungs weniger als eine Stunde vor dem Ziel aufgrund einem Brand aufgeben musste.

1. Der Stil des Murciélago R-GT ist fast identisch mit dem des Straßen-Supersportwagens, mit Ausnahme der gut sichtbaren „Schnurrbärte” an den vorderen Kotflügeln.
2. Technisch gesehen ist die wichtigste Änderung am R-GT der Wegfall des Allradantriebs, was eine umfassende Überarbeitung der Vorderachse erforderlich macht.
3. Die Grundstruktur bleibt ein Rohrgitter, das mit einer vollständig aus Kohlefaser gefertigten Karosserie verkleidet ist, was zusammen mit der Vereinfachung der Mechanik und Ausstattung zu einer Gewichtsreduzierung von fast 1.700 kg „in Serie“ auf 1.100 kg beiträgt.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Eine Reihe von Modifikationen machte den Murciélago R-GT 2006 wettbewerbsfähiger, wodurch er einige Erfolge erzielen konnte, darunter einen sechsten Platz beim 500-km-Rennen von Brünn für das B-Racing RS Line Team mit Kox/Walchhofer/Bouchut. Bis 2009, dem Jahr seiner letzten Saison, erzielte der R-GT nur wenige Siege. Sein glorreichstes Ergebnis erzielte er beim 2-Stunden-Rennen von Zhuhai in China, dem ersten Lauf der FIA-GT-Meisterschaft 2007, wo eines der beiden Autos des All-Inkl.com Racing Teams mit Christophe Bouchut und Stefan Mücke am Steuer den ersten Platz belegte.

1. Um die Bodenhaftung der Antriebsräder zu verbessern, wurde am Heck ein großer Spoiler angebracht.
2. Der mobile Spoiler des Straßenmodells wurde beim R-GT ersetzt durch einen großen feststehenden Spoiler.
3. Auch wenn der Allradantrieb weggefallen ist, bleibt die mechanische Anordnung dieselbe wie beim Basismodell, wobei sich das Getriebe im Fahrgastraum und nicht hinter dem Motor befindet – eine Lösung, welche bei Modifikationen und Reparaturen praktischer ist.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
In 2009 gewannen Peter Kox und Roman Rusinov für das russische Team IPB Spartak Racing überzeugend in der GT1-Kategorie beim 1000-km-Rennen von Katalonien, dem ersten Lauf der European Le Mans Series, an dem dieses Team nur an den ersten beiden Rennen teilnahm. Im selben Jahr erzielte das japanische Team JLOC mit einem Murciélago R-GT einen ehrenvollen Platz beim Doppelrennen der einzigen Runde der Asian Le Mans Series-Meisterschaft. Bei dem Rennen in Okayama belegten die Fahrer Atsushi Yogou und Hiroyuki Iiri den neunten Platz in der Gesamtwertung, nachdem sie im ersten Rennen den zehnten Platz und den ersten Platz in ihrer Kategorie sowie im zweiten Rennen den neunten Platz belegt hatten.

A. Aufgrund von Vorschriften wird der Hubraum des Rennmotors von 6,2 Litern in der Serienversion (hier) durch eine Verringerung von 3 mm auf 6 Liter reduziert.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
In Le Mans nahm Lamborghinis GT1 zwischen 2006 und 2009 an einer Reihe von Rennen teil, immer mit den Teams JLOC und Spartak, ohne jedoch nennenswerte Ergebnisse zu erzielen. Danach konzentrierte sich das Mutterunternehmen hauptsächlich aufs Gallardo und später auf den Huracán in den Kategorien GT2 und GT3.

B. Der Murciélago R-GT des B-Racing-Teams tritt hier während der Tourist Trophy 2006 in Silverstone gegen den Saleen S7-R des Zakspeed-Teams an.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.

C. Der R-GT, gefahren von Marco Apicella für das JLOC-Team, verlor während den freien Trainingsläufen für die 24 Stunden von Le Mans 2007 seine Fronthaube.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Recent articles