
19/04/2026
Ford GT40 Mk IV
Während Carroll Shelby den GT40 Mk II entwickelte, welcher Ferrari 1966 den Sieg in Le Mans verhindern sollte, beschäftigten sich die Ingenieure von Ford mit der Entwicklung einer leichteren Karosserie. Diese Entwicklung, die den legendären Rennfahrer Ken Miles das Leben kostete, führte zu einem potenziell unschlagbaren Auto, welches 1967 in Le Mans triumphierte, bevor es aufgrund von Regeländerungen aus dem Wettbewerb ausgeschlossen wurde.
Die Neugestaltung des Ford GT40, der in Anlehnung an Anhang J der FIA-Vorschriften in „Projekt J” umbenannt wurde, wurde im Herbst 1965 gestartet. Grundlage war eine Idee des Rennfahrers und Designer Eric Broadley, den Stahl Fahrgestell durch eine Aluminiumkonstruktion zu ersetzen, um Gewicht zu sparen. Durch die Verwendung eines Materials in Wabenstruktur aus der Luftfahrtindustrie gelang es, eine ebenso stabile, aber 200 kg leichtere Karosserie zu entwickeln, in der die Aufhängung, die Bremsen und die Mechanik des Mk II sowie ein automatisches Getriebe untergebracht waren, das jedoch bald wieder aufgegeben wurde.

Mit der Fahrgestellnummer J5 war der Mk IV der Sieger der 24 Stunden von Le Mans 1967 und das erste von vier speziell für dieses Rennen konstruierten Autos. Fast wie ein Vorzeichen erhielt er die Startnummer 1. © IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Nach dem umstrittenen Sieg von Bruce McLaren und Chris Amon in Le Mans 1966 (noch vor Ken Miles und Denny Hulme) wurde Miles, sein Beitrag zur Entwicklung des Mk II war von großer Bedeutung gewesen, mit den Testfahrten auf der Rennstrecke beauftragt. Leider endeten diese Testfahrten mit einem schrecklichen Unfall in Riverside, der ihm das Leben kostete.

1. Das Siegerauto zeichnet sich durch den „Gurney Buckel“ aus, eine Erhöhung auf dem Dach, die es dem 1,93 m großen amerikanischen Fahrer ermöglicht, bequem hinter dem Lenkrad zu sitzen. Nach dem Rennen wurden die drei anderen Mk IV zu „Repliken“ des J5 umgebaut und behielten dieses Merkmal bei.
2. Statt der hervorstehenden Lufteinlässe des Ford GT40 Mk II wird die Luft über Lufteinlässe vom Typ NACA zu den Kühlern geleitet.
3. Die neue Aluminiumkarosserie hat einer Wabenstruktur, die zwischen zwei Aluminiumblechen eingebettet ist. Sie wird von Brunswick Aerospace für Ford hergestellt.
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1. Das Heckprofil des Mk IV unterscheidet sich deutlich von dem anderer GT40-Modelle durch seine gerade, viereckige Form. Er verfügt über schwungvollere Linien und einen ausgeprägteren Spoiler, der für einen höheren aerodynamischen Abtrieb sorgt, was in Le Mans von Vorteil war.
2. Der Mk IV ist fast 30 cm länger als andere GT40-Modelle, was hauptsächlich auf seine stromlinienförmigere Form zurückzuführen ist, die ihn aerodynamisch effizienter macht.
3. Der 7-Liter-V8-Motor, der hier auf 530 PS gesteigert wurde, war ursprünglich mit einem Automatikgetriebe verbunden, das während der Entwicklung durch ein 4-Gang-Schaltgetriebe ersetzt wurde.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Mit einem neu gestalteten Heck und dem neuen Namen GT40 Mk IV (oft abgekürzt als Mk IV) debütierte das Auto im April 1967 bei den 12 Stunden von Sebring, wo es mit Bruce McLaren und Mario Andretti seinen ersten Sieg errang, kurz darauf gefolgt von einer beeindruckenden fünftbesten Zeit bei den Qualifikationstests für Le Mans. Zwei Monate später nahmen die vier neu gebauten Mk IV mit den Fahrgestellnummern J5 bis J8 ihre Plätze in der Startaustellung auf der Rennstrecke von Sarthe ein. Aber sie waren Teil eines starken Teams von zehn Ford GT40: Die J5 und J6, die Shelby American Inc. anvertraut wurden, wurden von Dan Gurney/A. J. Foyt und Bruce McLaren/Mark Donohue gefahren, während die anderen beiden dem Partnerteam Holman & Moody gehörten, mit den Fahrern Mario Andretti/Lucien Bianchi und Lloyd Ruby/Denny Hulme. Abgesehen von Ferrari mit einer Flotte von acht Prototypen (330, 365 und 412) waren die Chaparral 2Fs die größten Konkurrenten.

A. Von den vier Mk IV, welche in Le Mans an den Start gingen, sind zwei rot, einer blau und einer gelb. Alle haben einen doppelten Mittelstreifen und weiße Streifen an den Seiten (oder schwarz beim letzten). © IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Im Qualifying sicherte sich McLaren die Poleposition vor dem Chaparral von Mike Spence und Phil Hill und war damit mehr als vier Sekunden schneller als der schnellste Ferrari. Allerdings erwiesen sich die Ferraris während des Rennens als zuverlässig und kämpften sich in der Rangliste nach vorne, während der Chaparral und eine Reihe von GT40 durch technische Probleme gebremst wurden. Der Mk IV von Hulme und Ruby musste aufgrund einer beschädigten Ölwanne aufgeben, Andrettis Auto war in einen Unfall verwickelt und das Auto von McLaren und Donohue verlor seine hintere Motorhaube, was zu einer Verzögerung führte, die es jedoch teilweise kompensieren konnte und schließlich den vierten Platz belegte. Nur das Auto Nr. 1 von Gurney/Foyt überlebte und wiederholte seinen Erfolg von 1966 mit einem Vorsprung von vier Runden vor dem Ferrari von Lodovico Scarfiotti und Mike Parkes. Nach dem Rennen wurde in den neuen Vorschriften für 1968 die Hubraumgröße auf 5 Liter begrenzt und eine Mindestproduktionsanzahl von 50 Stück vorgeschrieben, wodurch der Mk IV und die 7-Liter-„Big Blocks” ausgeschlossen wurden. Bei den nächsten beiden Ausgaben der 24 Stunden von Le Mans gewann Ford mit dem 4,9-Liter-Mk IV, der privaten Teams anvertraut wurde.

B. Um das Design der Karosserie perfekt zu machen, unternahmen Carroll Shelby und die Ingenieure von Ford im Januar 1967 fünf Testtage, um 25 verschiedene Lösungen auszuprobieren. © IXO Collections SAS - Tous droits réservés.

C. Das Auto von Gurney/Foyt, das hier von einem Alpine A210 gefolgt wird, musste sich gegen die Ferrari 330 P4 beweisen, die den zweiten und dritten Platz belegten. © IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
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