
03/08/2025
Porsche 909 Bergspyde-1968
FÜR DIE EUROPÄISCHE BERGMEISTERSCHAFT 1968 WURDE DER LEICHTESTE RENNWAGEN ALLER ZEITEN ENTWICKELT. ER NAHM NUR AN ZWEI VERANSTALTUNGEN TEIL.
Porsches Fähigkeit, in allen Disziplinen wettbewerbsfähige Modelle zu entwickeln, erreichte in den 1960er Jahren ein fast unglaubliches Niveau. Für die Bergmeisterschaft 1967 entwickelte die deutsche Marke eine Variante des 910/8 mit einer speziellen Sportkarosserie und einem auf knapp über 400 kg reduzierten Gewicht, den Bergspyder („Bergspinne“). Das Auto war sehr konkurrenzfähig, aber das Management von Porsche war der Meinung, dass sie sich noch mehr anstrengen mussten, als ein 12-Zylinder-Ferrari-Rennwagen auftauchte. Für 1968 wurde der 909 Bergspyder auf den Markt gebracht, aber in seiner Geschichte wurden nur zwei Rennen registriert.

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Der Bergspyder 910/8 dominierte die Meisterschaft 1967 in der Sportklasse, homologiert in der Gruppe 7 („Zweisitzer“ offene Autos mit einem Hubraum von weniger als 2 Litern) mit dem erfahrenen Fahrer Gerhard Mitter, der damit seinen zweiten persönlichen Sieg errang. Der 909 Bergspyder war für die folgende Saison als Nachfolger geplant, doch seine Entwicklung dauerte Monate, in denen die Porsche-Fahrer weiterhin den Typ 910 benutzten. Die Saison verlief für Porsche jedoch nicht günstig, da sie von zwei Unfällen beim Rossfeld-Rennen in Deutschland geprägt war: Der erste Unfall bedeutete für Rolf Stommelen eine mehrwöchige Pause, während der Italiener Ludovico Scarfiotti beim zweiten Unfall ums Leben kam.
[DER 909 FEIERT SEIN DEBÜT IN GAISBERG, ÖSTERREICH]]
Mitter blieb der Nummer-1-Fahrer im Porsche-Team und wurde am Ende der Saison zum dritten Mal in Folge Klassenmeister. Als der 909 zwei Rennen vor dem Ende der Saison endlich einsatzfähig war, zögerte Mitter nicht, ihn im Training einzusetzen, aber für das Rennen bevorzugte er den 910/8, den er für sicherer und leichter zu kontrollieren hielt. Sowohl beim Gaisberger Bergrennen als auch beim folgenden Rennen am Mont Ventoux in Frankreich saß Stommelen, der sich von seinem Unfall erholt hatte, am Steuer des neuen 909 Bergspyder. Der deutsche Fahrer belegte bei diesen beiden Rennen den dritten bzw. zweiten Platz und wurde beim Rennen in der Provence Zweiter hinter Mitter.

Ein Porsche 909 Bergspyder während einer Ausstellung auf dem deutschen Nürburgring in 1981.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.

Dieser 909 ohne Haube zeigt die extreme Kompaktheit des mechanischen Teils. Der Rahmen besteht vollständig aus Aluminium, ohne eine einzige Stahlschraube oder einen einzigen Stahlbolzen.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Am Ende der Saison entscheidet sich Porsche jedoch, nicht an der Bergmeisterschaft des nächsten Jahres teilzunehmen, wodurch die Ferrari 212 E, die nun einsatzbereit sind, das Spielfeld für sich beanspruchen könnten. Mit Peter Schetty gewann er die Meisterschaft 1969, wo seine Konkurrenz auf wenige privat geführte 907er und 910er beschränkt war. Damit endete die sehr kurze Karriere des 909 Bergspyder, der Teil der wertvollen Sammlung des Porsche-Museums wurde.

Gerhard Mitter im 910/8 Bergspyder, mit dem er in 1968 den Bergrenntitel gewann, obwohl er im Training für die letzten beiden Rennen den 909 gefahren war.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.

Der Ferrari 212 E von Peter Schetty, Europameister im Bergrennen 1969, war ein gefürchteter Rivale von Porsche, der den 909 als Gegengewicht entwickelte. Allerdings sollte er im Rennsport nie den Bergspyder treffen, da dieser sein Debüt erst gab, als dieser seine Karriere bereits beendet hatte.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
Gerhard Mitter, ein deutscher Bergrenn-Spezialist, wurde als Fahrer des 909 in Gaisberg und Mont Ventoux eingesetzt. Obwohl die Geschichte den Einsatz von zwei Bergspyders dokumentiert, war der einzige mit einem 909- Fahrgestell der von Rolf Stommelen, während Mitter's eigenes Auto, das für Testzwecke verwendet wurde, durch einen 910/8 Modell ersetzt wurde, das er favorisierte. Zusätzlich zu seinen drei Bergrennen-Meistertiteln in den Jahren 1966, 1967 und 1968 errang Mitter einen Klassensieg bei den 24 Stunden von Daytona und den Gesamtsieg bei der Targa Florio 1968.
Die Karriere seines Landsmanns Rolf Stommelen ist eng mit Porsche verbunden, dessen Autos ihm in 1966, 1976 und 1979 drei Klassensiege bei den 24 Stunden von Le Mans brachten, wobei er in 1979 zusammen mit Dick Barbour und dem Schauspieler und Gentleman-Driver Paul Newman mit einem 935 den zweiten Platz in der Gesamtwertung belegte. Am Steuer eines 935 verlor Stommelen im April 1983 bei den 6 Stunden von Los Angeles sein Leben, als sein Heckflügel brach.

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Oben: Gerhard Mitter während der EM-Saison Bergrennen 1968, seinem dritten Titel in Folge. Unten: Rolf Stommelen in 1976.© IXO Collections SAS - Tous droits réservés.
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